Museen Schrobenhausen

Geschichte - Kunst - Kultur

Extrem Bayrisch

Ottfried Fischer – Roger Fritz - Ludwig Ganghofer

Eine Ausstellung in Schrobenhausen von Peter Syr  in Zusammenarbeit mit Ottfried Fischer                   im Museum im Pflegschoss.    

30. April – 31. Juli 2016 

 

EXTRA BAVARIAM NULLA VITA –                                ET SI EST; NON EST ITA

“Außerhalb von Bayern gibt es kein Leben –             und wenn doch, dann kein solches“.

Dieser Ausspruch von Franz Joseph Strauß wird oft und gern zitiert, wenn es darum geht das bayrische Lebensgefühl zu beschreiben. Schon diese ungeheuer-überheblich, chauvinistische Selbsteinschätzung zeigt, wie extrem Bayern sich in seinem Verhältnis nach außen versteht. Ottfried Fischer stellt jedoch die These auf, dass „extrem“ in der Kombination mit „bayrisch“ eine Veränderung erfährt. Es wird „normal“. Durch das gesamte Werk von Ottfried Fischer zieht sich das „Normalextreme“ der Bayern wie ein roter Faden. Sei es in seinen Kabarettprogrammen, seinen literarischen Arbeiten oder in seinen Fernsehfilmen, immer tritt der extreme Bayer zu tage. Besonders im „Bullen von Tölz“ wurden diese bayrischen Figuren ebenso perfekt nachgezeichnet, wie auch in seiner ersten Serie „Irgendwieundsowieso“.

Grandios erarbeitet hat Ottfried Fischer dieses Bayrisch-Extreme, zusammen mit dem kongenialen Fotografen Roger Fritz in dem Bild- und Textband „Extrem Bayerisch“.

Ein weiter Extremer Bayer war und ist Ludwig Ganghofer. In seinen Romanen und Erzählungen zeigte er uns ein Bayern, das es so nie gegeben hat, aber bis heute das Bild Bayerns nach außen hin prägt. Schwülstig verkitscht kommt Ganghofer meist daher und verbindet das zu weilen mit kruden Gedanken, die zumindest einer Blut- und Bodenideologie Vorschub leisteten. Allerdings hat er 1919 zwei Bildmappen herausgegeben, die in 80 Einzeltafeln „Das Land der Bayern in Farbenphotographie“ zeigen. Das sind 80 sensationelle Land- und Stadtansichten in echter Farbfotografie auf Schautafeln, die nur in einem speziellen Verfahren zu erzielen waren. Hier werden Ansichten wieder lebendig, die so meist für immer verloren sind. Wobei diese Motive immer, in ganghoferscher Manier, der Idylle verhaftet bleiben.

Allein diese Bilder würden ausreichen, eine eindrucksvolle und sehenswerte Ausstellung zu bestücken. Doch in der Gegenüberstellung zu dem Bildband von Fischer/Fritz entsteht eine völlig neue Sicht auf die bayrische „Realität“. Zwischen „Symbiose aus Laptop und Lederhose“ (Bundespräsident Roman Herzog), oder „…die unbefleckte Empfängnis Mariens und High-Tech“ (Sigi Zimmerschied) bewegt sich diese heutige bayrische Realität.

Eine Ausstellung zur Realität Bayerns muss sich somit mit dem Extremen beschäftigen und dafür ist nichts besser geeignet als das Spannungsfeld zwischen Ludwig Ganghofer und Ottfried Fischer. Heimatverbundenheit und Weltoffenheit, Kitsch und Kunst, Brauchtum und Lifestile, südlichster Punkt Deutschland und „nördlichster Italiens“, Lässigkeit und Starrsinn, Glaube und heidnische Bräuche, Prüderie und Nackerte an der Isar, Hinterfotzigkeit und Handschlagsqualität, das alles ist bayrische Lebensart. Der von Ganghofer herausgegebene Bildband und die wunderbaren Fotografien von Roger Fritz ermöglichen es, einen Streifzug durch die bayrische Seele zu ziehen.

Begleitet wird die Ausstellung von entsprechenden Veranstaltungen wie Lesungen, Stubnmusi usw. Ottfried Fischer wird seine sensationelle Theaterproduktion „Wandogo – wir operetten die Welt“ in Schrobenhausen zeigen.

Eine weitere parallele Ausstellung im öffentlichen Raum macht die Reihe „Extrem Bayrisch“ für Einheimische und Besucher Schrobenhausens über den gesamten Zeitraum komplett. „Der sanfte Bulle“. Auf 40 großformatigen Tafeln erfährt der Besucher alles über das Leben Ottfried Fischers und stellt diesen, in jeder Hinsicht extremen Bayern in den Mittelpunkt.

In seiner Komplexität aber auch in seiner Differenziertheit zeigt das Projekt „Extrem Bayrisch“ in Schrobenhausen ein Bayernbild, wie es bis dahin noch nie zu sehen war.

Übrigens: König Ludwigs Zinkbadewanne wird auch gezeigt.

Öffnungszeiten:

Mai und Juni: täglich von 10 - 17 Uhr

Juli: Mi, Sa, So 14-16 Uhr / für Gruppen auf Anfrage

 

Kontakt:

Museen Schrobenhausen

Am Hofgraben 3

86529 Schrobenhausen

Tel: 08252/90 98 50 (Museen zu den Öffnungszeiten)

08252/90-237 (Verwaltung)

kultur@schrobenhausen.de

www.schrobenhausen.de

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